hinter der tÜr: Magda Szabó

MAGDA SZABÓ UND IHR ROMAN
"HINTER DER TÜR"

Magda Szabó wurde am 5. Oktober 1917 im ungarischen Debrecen geboren. Sie absolvierte ein Lehramtsstudium der klassischen Philologie und Literatur, ab 1940 unterichtete sie an den calvinistischen Mädchenschulen in Debrecen und Hódmezvásárhely. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 war Magda Szabó im Ministerium für Religions- und Unterrichtsfragen beschäftigt. 1947 veröffentlichte sie ihren ersten Gedichtband Lamm (Bárány); im gleichen Jahr heiratete sie den Schriftsteller und Übersetzer Tibor Szobotka. 1949, im Jahr der kommunistischen Machtübernahme, folgte der Band Zurück zu Menschen (Vissza az emberig), der mit dem Baumgarten-Preis ausgezeichnet wurde – noch am Tag der Preisverleihung wurde ihr dieser Preis aus politischen Gründen wieder entzogen.

Im selben Jahr wurde Magda Szabó aus dem Staatsdienst im Ministerium entlassen und ebenso wie ihr Ehemann mit einem Publikationsverbot belegt, das während der stalinistischen Regierungszeit in Ungarn bis 1956 andauerte. In dieser Zeit unterrichtete sie an einer Grundschule und arbeitete an ihrem ersten Roman Fresko (Freskó), der nach seiner Veröffentlichung 1958 gleich zu einem großen Erfolg wurde. Auch mit den Folgewerken, u.a. Die andere Esther (Az őz, 1959), Das Schlachtfest (Disznótor, 1960) und Abigail (Abigél, 1970) gewann Magda Szabó weiter literarisches Renommee im In- und Ausland. 1978 erhielt sie den Kossuth-Preis, die höchste Auszeichnung Ungarns für Künstler; 1993 wurde sie in die Europäische Akademie der Wissenschaften berufen und mit der Ehrendoktorwürde der Universität Debrecen ausgezeichnet.

Hinter der Tür (Az ajtö), 1987 entstanden, ist die Geschichte der komplexen Beziehung zwischen der Erzählerin und ihrer Haushälterin Emerenc, in deren Leben die Geschichte Ungarns im 20. Jahrhundert aufscheint – die Invasion der Nationalsozialisten, die stalinistische Phase und die nachfolgende Kontrolle jeglichen privaten Lebens durch die kommunistische Regierung. In der rätselhaften Figur der Emerenc schildert Szabó einen Überlebensinstinkt, der sich in der harten, physischen Auseinandersetzung gegen unvorstellbare und grausame Umstände herausgebildet hat. 2003 wurde der Roman in Frankreich mit dem renommierten Prix Femina Étranger ausgezeichnet.

Die Werke von Magda Szabó, die mit dem Regisseur István Szabó nicht verwandt ist, wurden in 42 Ländern publiziert. Am 9. November 2007 starb sie neunzigjährig, in ihrem Lieblingssessel, mit einem geöffneten Buch auf dem Schoß.

Zum Filmstart erscheint HINTER DER TÜR in der deutschen Übersetzung von Hans-Henning Paetzke als Neuedition im Suhrkamp Verlag.

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